Die Karatestunde

Eine beispielhafte Unterrichtseinheit: Tigertraining - Karate für Kids

Das Tigertraining stellt hier die Bedürfnisse seiner jungen, aber sehr anspruchsvollen Zielgruppe in den Vordergrund.

Erfahrungsgemäß haben Kinder Spass an möglichst freier Bewegung und viele von Ihnen lieben es auch spielerisch miteinander zu „kämpfen“ bzw. sich zu messen.

In unserer Gesellschaft wird dem Bewegungsdrang von Kindern oft zuwenig Raum gegeben. Gerade in diesem Zusammenhang bietet Bonsaitraining eine schöne Möglichkeit des „Herumtollens“ und des „sich Ausprobierens“.

Im klassischen Karate wird oft eine Vielzahl von Techniken geübt, die sich erst später zu einem intuitiven Bewegen zusammen fügen. Für das Erlernen einer Kata (fester Bewegungsablauf von bis zu 60 Techniken), welches elementarer Bestandteil des Erwachsenentrainings ist, ist ein grosses Erinnerungsvermögen und eine hohe, lang andauernde Konzentrationsfähigkeit unabdingbar. 

Dies stellt für Kinder oft eine Überforderung dar und nimmt ihnen schnell die Motivation das Gelernte zu vertiefen.

Aus meiner Erfahrung als Kindertrainer kann ich sagen, dass Kinder sofort die Anwendung einer gelernten Technik probieren wollen. Wenn Kinder keinen Sinn in ihrem Tun sehen, fällt es schwer, Sie zu weiteren Taten zu bewegen. 

Konzentration, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit sind drei Grundpfeiler des klassischen Karate Do. Bei den 6 - 10 jährigen müssen diese aber erst geschult werden. Als wichtigstes geistiges Ziel des Tigertrainings gilt in diesem Zusammenhang Rücksicht und der respektvolle, vorsichtige Umgang mit einem Partner.

Dieses Verständnis kann bei Kindern nicht vorausgesetzt werden und Bedarf der behutsamen Heranführung durch abgestimmte Übungen.

Ebenfalls sollen die Kinder lernen jemandem zu vertrauen, aber auch was es heißt, wenn sich jemand auf sie verlässt. Vor diesem Hintergrund ergibt sich auch die Auseinandersetzung mit den Themenfeldern Emotion, Aggression und Gewalt.

Darüber hinaus soll das Tigertraining auch einem Mangel an motorischen Fähigkeiten entgegenwirken. Koordinationsübungen dienen der eigenen Körpererfahrung aber der kindgerechte Einsatz von Kräftigungsübungen und Schnelligkeitstraining sind Bestandteil des Tigertrainings. 



 

Einheit

Zeit

Material

Ziel

Begrüssungsrunde:

  • Trainer und Co-Trainer stellen sich den Kindern in wenigen Worten vor und erklären kurz, was sie erwarten wird.
  • Danach ziehen Kinder eventuell noch vorhandene Sportschuhe, Stoppsocken o.ä. aus.
  • Gleich am ersten Tag wird ein „Anker“ gesetzt. Es wird ein Sammelplatz vereinbart, wo die Kinder sich bei einem Stop-Signal („Yame“) versammeln. Im Kindergarten werden häufig Kreise genutzt. Aus diesem Grund bietet sich dieses Symbol auch hier an.

5 Min.

 

Kennenlernen

Formelles Angrüßen

2 Min.

 

 

Guten Tag - auf Wiedersehen

  • ein Begrüssungsspiel, bei dem die Trainer aktiv teilnehmen können, um die Gruppe besser kennen zu lernen und zu animieren. Gerade bei ganz neuen Gruppen ist dies von großer Wichtigkeit.
    Alle laufen kreuz und quer durch die Halle. Wenn ein Kind entgegenkommt ruft man laut den eigenen Namen und:
  • gibt ihm in der ersten Spielrunde die Hand, schüttelt sie und läuft weiter.
  • haken sich in der zweiten Spielrunde ein, drehen sich im Kreis und lassen sich dann vorsichtig wieder los... usw.

10 Min.

 

Kenenlernen

piano...FORTE

  • Die Kinder legen sich mit den Köpfen zur MItte in einen Kreis, egal ob auf den Bauch oder Rücken. Da es sich hier noch um die erste Stunde handelt, alles neu und aufregend ist, sollte man den Kindern diesen (Wohlfühl-)Spielraum gönnen. Dann wird in der Mitte ein Holzreifen gedreht. Die Kinder beobachten den Reifen aufmerksam, welcher sich immer schneller bewegt, flacher dreht und schließlich mit einem „Klack“ auf dem Boden aufschlägt.
  • Jetzt ist es die Aufgabe der Kinder, die Augen zu schließen, ganz leise zu sein und auf die Geräusche des Reifens zu achten und sich die Bewegung vorzustellen. Sofort, wenn es klackt öffnen sie die Augen und schreien so laut sie können. Auf unser vorher vereinbartes Handzeichen wird es wieder ganz still.
  • Die Wiederholungen und Intervalle können je nach Bedarf variiert werden.

10 Min.

Reifen

Aufmerksamkeit, Kiai, Grüssen, Ruhe

Klammeräffchen

  • Jedes Kind bekommt in der ersten Runde zwei Wäscheklammern. Die Kinder müssen versuchen sich die Wäscheklammern gegenseitig abzujagen. Erbeutete Wäscheklammern müssen, wie die ersten beiden, deutlich sichtbar an der Kleidung angebracht werden.
  • In Runde zwei geht es anders herum: Jedes Kind soll seine Wäscheklammer an ein anderes Kind heften.

15 Min.

Wäscheklammern

Raufspiel Vorbereitung, Vorteil der Distanz durch die Klammer

Tsuki - der erste Schlag

  • Zum erlernen der ersten Technik sollte der Trainer nach Möglichkeit bequem stehen, um nicht unnötige Aufmerksamkeit auf den Stand zu lenken. Die Technik wird nicht erklärt, sondern die Kinder werden aufgefordert, das Gesehene möglichst genau nachzuahmen. Keine Kime! Der Trainer führt die Technik immer wieder in Intervallen langsam und stumm aus. Die Erklärungen werden erst nach einiger Zeit gegeben. 
  • Jetzt darf der neu erlernte Schlag mit einem „Kiai“ (Kampfschrei) verbunden werden. Die Kinder sollen versuchen Schlag und Schrei möglichst gleichzeitig durchzuführen.

10 Min.

 

Techniktraining

Vertiefung

  • Die Kinder laufen durch die Halle und bleiben beim Kommando „ichi“ (eins) stehen und führen den Schlag zusammen mit einem Kiai aus.

5 Min.

 

Techniktraining

Theorie: Wozu dient der Kiai?

  • Die Kinder sollen zusammen überlegen, wozu der Schrei nützlich sein könnte.
  • Erfahrungsgemäß können die Kinder viele Aspekte selbst abschätzen: Gegner erschrecken, sich Mut machen, sich stark fühlen, usw.

5 Min.

 

Theorie

Trolle und Feen

  • Je nach Gruppengröße werden ein oder zwei Trolle bestimmt. Die Trolle müssen die umherlaufenden Feen abschlagen. Diese Feen werden zu Bäumen, die breitbeinig stehen bleiben, um von anderen Feen durch darunter durch krabbeln befreit werden können.

10 Min.

 

Kontaktspiel

Formelles Abgrüßen

3 Min.

 

Ruhe, Respekt

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